Wie ersetzt man die Beschriftung alter Knöpfe

Immer wieder findet man bei alten Radiogeräten diverse Beschriftungen auf Knöpfen oder auch direkt am Gehäuse, die die Zeit nicht schadlos überstanden haben. Speziell die Knöpfe wurden im Laufe der Zeit so häufig bedient, daß Buchstaben oder Zahlen in aller Regel nicht mehr, oder nur noch in Teilen, vorhanden sind. Wurden die Knöpfe während der Restauration noch im Ultraschallbad gereinigt (funktioniert super), ist auch die letzte Farbe weg. Ich habe daher nach einer einfachen, aber dennoch wirkungsvollen Methode gesucht, diese Beschriftungen wieder herzustellen.

Als erstes möchte ich die Beschriftungen in drei Arten unterteilen, denn nicht jede Beschriftung kann so einfach, wie hier beschrieben, erneuert werden. Es gibt zum einen der normale Druck, bei dem die Beschriftung direkt auf das zu beschriftende Teil im Siebdruckverfahren aufgedruckt wird. Diese Art der Beschriftung ist heute die am häufigsten verbreitete Version, da sie, bei entsprechenden Stückzahlen, einfach und kostengünstig erstellt werden kann. Ist sie erst einmal unleserlich, ist die Neubeschriftung nahezu unmöglich. Zum Glück findet man dieses Verfahren bei alten Geräten nur selten. Höchstens die Firmenschildchen verschiedener Hersteller wurden im Druckverfahren erstellt. Hier hilft nur das schonende Behandeln während der Restauration, um die Schrift so weit als möglich zu erhalten. Beim Reinigen ist große Vorsicht geboten. Viele alte Farben sind gegen neue Reinigungsmittel nicht resistent. Man denke nur an die alten Skalenscheiben mit der weißen Beschriftung oder aber auch an Röhrenbeschriftungen. Einmal angefeuchtet, ist sie für immer verschwunden.

Aber speziell bei alten Gußteilen, wie Radioknöpfe aus Hartgummi oder Bakelit, aber auch später aus Polystyrol, wurde eine andere Beschriftung verwendet. Entweder ist sie in das Werkstück eingelassen, oder aber sie ist erhaben. Um sie besser zu sehen, wurde sie mit Farbe hervorgehoben. Die folgenden Bilder zeigen einige Beispiele einer solchen Beschriftung.

Bild 1
Bild 2
Bild 3

Bild 1 und Bild 2 zeigen eine erhabene Schrift. Die Buchstaben bzw. Konturen sind hervorgehoben. In Bild 3 ist die Beschriftung in den Skalenknopf eingelassen. Alle drei Beschriftungen wurden erneuert, da sie nur noch in Bruchstücken vorhanden waren.

Man benötigt hierzu lediglich einen Lackstift. Die Firma Edding hat diese Stifte unter der Bezeichnung "Paint Marker" im Sortiment. Sie sind daran zu erkennen, daß beim Schütteln des Stiftes im Innern eine kleine Kugel die Farbe durchmischt. Sie sind in vielen Farben und Größen in jedem gut sortierten Schreibwarengeschäft erhältlich. Oft benötigt werden Gold, Schwarz und Weiß, seltener auch Gelb oder Rot.

Vor dem Auftragen der Schrift muß der Untergrund natürlich gut gereinigt werden. Auch muß er fettfrei sein. Ein Ultraschallbad mit entsprechender Reinigungsflüssigkeit ist für kleinere Teile ideal geeignet. Nach der Reinigung wird eine erhabene Schrift, wie sie in den Bildern 1 und 2 zu sehen ist, mit einem dünnen Schreiber (0,8 mm Spitze für kleine Schriften bzw. 1-2 mm Spitze für größere Schriften) vorsichtig nachgezeichnet. Ist die Schrift sehr klein, braucht man eine ruhige Hand. Geht doch mal etwas daneben, kann mit einem Lösungsmittel (Waschbenzin) die überschüssige Farbe abgewischt werden und man kann von neuem beginnen. Man sollte aber vorher überprüfen, ob das Material nicht angegriffen wird. Nach dem Beschriften die Farbe über Nacht austrocknen lassen.

Die Schrift in Bild 3 wird etwas anders aufgetragen. Hier muß die Farbe in die Vertiefungen der einzelnen Ziffern eindringen. Hierzu wird ein Schreiber mit deutlich dickerer Spitze (3-5 mm) verwendet. Die komplette Schrift wird damit überschrieben, also nicht nur der später sichtbare Teil, sondern auch das umliegende Material. Es ist darauf zu achten, daß in die Vertiefungen reichliche Farbe eindringt. Nach einigen Minuten ist sie bereits leicht angetrocknet. Jetzt kann die überschüssige Farbe mit Waschbenzin abgewischt werden. In den Vertiefungen bleibt sie aber dennoch haften. Dadurch wird die Schrift wieder deutlich hervorgehoben. Teile, die nicht mit Farbe in Kontakt kommen sollen, werden mit etwas Tape vorher überklebt. Ich mußte es mehrmals versuchen, bis das Ergebnis perfekt war. Mit etwas Übung sind die so nachgearbeiteten Geräte aber nicht vom Original zu unterscheiden.

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