Die Herstellung eines Knopfes mit Hilfe einer Gußform

Es kommt immer wieder vor, dass einzelne Knöpfe eines Radiogerätes fehlen oder durch falsche ersetzt wurden. Hier wieder ein Original zu finden ist sehr schwierig. Es gab eine unendliche Fülle verschiedener Formen. Die einzige Möglichkeit ist solange zu warten bis man irgendwo ein Schrottgerät findet, bei dem der gesuchte Knopf noch vorhanden ist. Sowas kann bekanntlich Jahre dauern. Das war mir dann doch etwas zu lange und so habe ich nach einer anderen Möglichkeit gesucht und auch gefunden. Gennau diese Möglichkeit will ich hier beschreiben.

In meinem speziellen Fall wollte ich den Abstimmknopf eines Lumophon Gloria neu herstellen. Aufgrund der Bauform war ein Drehen oder Fräsen nicht möglich. Ich musste also versuchen, einen Nachguß herzustellen. Hierfür ist aber zuerst einmal eine Form notwendig. Um diese herzustellen sind zwei Dinge erforderlich. Zum einen ein passendes Material zur Herstellung der Form und zum zweiten ein Original des Knopfes. Zum Glück waren noch zwei baugleiche Knöpfe vorhanden sodass ich mich "nur" mit der Herstellung der Form beschäftigen musste.

Als erstes wurde der zu kopierende Knopf vom Gerät demontiert, komplett gereinigt und anschließend für ca. 60min in einem Ofen bei 60°C getrocknet. Damit ist sichergestellt, dass keine Restfeuchtigkeit mehr im Material vorhanden ist. Die Löcher der von außen zugänglichen Schrauben sind mit Wachs zu verschließen. Es darf später kein Gießharz in den Knopf eindrigen. Anschließend wurde der Knopf ganz leicht mit Silikonspray eingesprüht und danach mit einem fusselfreihen Lappen trocken gerieben. Ein wenig Silikon ist dann immer noch auf der Oberfläche vorhanden.

Jetzt muss der Knopf für den Verguß vorbereitet werden. Hierfür wird er kopfüber in einen kleinen Becher (Deckel einer Sprühdose) eingehängt. Der eigentliche Knopf muss waagerecht ausgerichtet werden damit der spätere Abguß nicht schief wird. Der Knopf sollte im übrigen auch nicht mehr angefasst werden damit kein Schmutz daran haften bleibt.

Danach wird die Form mit einem flüssigen Zweikomponenten - Silikon (im Fachhandel erhältlich, nicht zu verwechseln mit dem Silikon aus der Tube zum Verfüllen von Fugen) bis zum Rand des Knopfes aufgefüllt. Nach einer Aushärtezeit von 24 Stunden kann der Knopf vorsichtig aus der Form entnommen werden. Der Originalknopf leidet im übrigen unter dieser Prozedur nicht.



Bild 2 und 3 zeigen das bereits ausgehärtete Silikon. In Bild 3 ist die Negativform bereits deutlich zu erkennen.

Anschließend wird die Form mit einem Zweikomponenten Epoxidharz verfüllt. Auch dieser ist im Fachhandel erhältlich. Ich habe einen bereits schwarz eingefärbten Harz verwendet. Benötigt man schwarze Knöpfe ist dieser ideal. Bei meinem Knopf ist das Original allerdings braun. Hier hilft nur das anschließende lackieren mit dem gewünschten Farbton. Bild 4 zeigt die verfüllte Form.

Nach weiteren 24-48 Stunden kann jetzt der Abguß entnommen werden. Die Form ist mehrmals verwendbar. Achten Sie jedoch darauf, dass kein Schmutz in die Form eindringt. Bild 5 zeigt den Rohling, noch unbearbeitet.

Anschließend werden alle Überstände entfernt und die Achsbohrung sowie die Bohrung für die Madenschraube angebracht. Die Epoxidharze lassen sich ausgezeichnet bearbeiten, ähnlich wie Hartholz.

Bild 6 zeigt das endgültige Ergebnis. Der linke Knopf ist das Original, der rechte Knopf die Kopie. Hier bereits im passenden Farbton lackiert und etwas auf alt getrimmt, damit er nicht so neu aussieht. Nach der Montage am Radiogerät ist der Unterschied fast nicht mehr zu erkennen. Ein "Unwissender" wird die Nachfertingung nicht als solche erkennen.

Hier noch einige Tipps zur Beschaffung der Materialien. Geben Sie in die Suchmaschinen den Begriff "Silikonverguss" ein. Dort finden Sie viele Firmen, die diese Stoffe anbieten. Im Prinzip ist jedes Silikon geeignet. Es gibt sogar spezielle Formsilikone, die ich jedoch nicht verwendet habe. Da Silikone im Normalfall nicht für den Heimgebrauch verwendet werden, bieten diese Firmen nur Gebinde in riesigen Mengen an. Jedoch versenden fast alle Firmen auch Probemuster zu 1kg. Manchmal kann man diese Muster sogar kostenlos erhalten. Das kommt auf das Verhandlungsgeschick jedes einzelnen an.

Die Zweikomponenten Epoxidharze sind besser zu beschaffen. Hier bieten die typ. Versandhäuser wie Conrad und Reichelt einiges an. Beachten Sie bei der Verarbeitung der Chemikalien die jeweiligen Sicherheitshinweise. Diese sind in den sogenannten Sicherheitsdatenblättern aufgeführt die zu jedem Stoff erhältlich sind.

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